Heymann-Löwenstein: Rückzug aus dem VDP

Veröffentlicht am 1. April 2008 in der Rubrik »Aprilscherz«

Wie der Einschlag einer Abrissbirne in einen Neubau, so sorgte heute Morgen eine Presseerklärung des VDP für Aufsehen, in der Präsident Steffen Christmann den überraschenden Rückzug des Weinguts Heymann-Löwenstein aus dem Verband der Prädikatsweingüter bekannt gab. Zudem tritt Reinhard Löwenstein mit sofortiger Wirkung von seinem Amt im erweiterten VDP-Präsidium, in das er erst Mitte vergangenen Jahres gewählt wurde, zurück.

Über die genauen Hintergründe bewahrte Christmann Stillschweigen, räumte auf Nachfrage jedoch ein, dass es zwischen Teilen des Verbands und Löwenstein, der als Vordenker der Terroir-Bewegung in Deutschland und einer der Väter der VDP-Lagenklassifikation gilt, in den vergangenen Monaten wiederholt zu Unstimmigkeiten über die weitere Ausgestaltung der Klassifikationsstatuten gekommen sei.

Aus dem näheren Umfeld Löwensteins, der sich erst zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich zu seinen Beweggründen äußern möchte, verlautete unterdessen, der entscheidende Knackpunkt sei die Forderung Rheinhessischer und Pfälzer VDP-Kollegen nach einer Zwangsanreicherung der »Großen Gewächse« auf mindestens 14,5 Volumenprozent Alkohol, um im Wettbewerb mit den international erfolgreichen Wachauer Smaragd-Rieslingen bestehen zu können, gewesen. Darüber hinaus sei aber auch an der Mosel Streit innerhalb des regionalen VDP ausgebrochen, nachdem Ernst Loosen mit Hinweis auf die wachsende Bedeutung des Weinabsatzes über deutsche Discounter die Einstufung zahlreicher jüngst von ihm erworbener Flachland-Parzellen als »klassifizierte Lagen« verlangte.

Wie es in der VDP-Spitze ohne Reinhard Löwenstein weiter gehen soll, ist noch offen, zumal in den vergangenen Tagen während einer nächtlichen Poker-Partie auf Burg Layen auch von Präsidiumsmitglied Armin Diel kritische Worte (»Ich schmeiß’ hier gleich hin!«) zu hören waren, die von Kennern der Szene als erste Drohung eines Rücktritts interpretiert werden. Diel, der heute im Kreise seiner Familie und langjähriger Freunde, darunter der bekannte Enthüllungsjournalist Thomas Leif, die Feierlichkeiten zu seinem 54,5. Geburtstag begeht, konnte noch nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

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Bisher 3 Kommentare
  1. BerlinKitchen schrieb am 1. April 2008 um 12:48 Uhr:

    Sag mal Werner, ist das ein April-Scherz? ;-)
    Martin

  2. Weinschreiber schrieb am 1. April 2008 um 16:31 Uhr:

    Nicht schlecht, Werner! :-)
    Wirklich nicht schlecht!

  3. Aprilscherze im Wein- und Genussweb « Hausmannskost 2.0 schrieb am 2. April 2008 um 11:54 Uhr:

    [...] Gemüseterrine in gestörtem Dreiecksbehältnis, Weinflasche mit eingebautem Becher, Heymann-Löwenstein: Rückzug aus dem VDP, und natürlich: Chinesen klonen Chateau [...]

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