Ein Wochenende voller Wein

Veröffentlicht am 30. März 2008 in der Rubrik »Degustation«

Anlässlich des Besuchs zweier Weinfreunde wurden am Samstagabend gleich mehrere Flaschen Wein geöffnet und getrunken.

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2005er
Roter Veltliner trocken »Reisenthal«
LF 1211 06
Mantlerhof, Gedersdorf

Goldgelb mit aufhellenden Reflexen. Rauchiger, leicht vegetabiler und charaktervoller Duft nach gelben Früchten und Linsen. Kraftvoll, würzig und mineralisch. Sehr eigenständiger, seriöser Wein, der nicht mit Primärfrucht zu blenden versucht. Großartige Länge. Hervorragender Speisenbegleiter. Bis 2016.
89

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2006er Brauneberger Juffer-Sonnenuhr
Riesling Spätlese trocken
A. P. Nr. 2577050 8 07
Fritz Haag — Dusemonder Hof, Brauneberg

Pures Weißgold. Feiner, aber auch etwas wilder, floraler Duft nach gelben Zitrusfrüchten, Orange und reifem grünem Apfel. Für den Jahrgang erfreulich elegant. Deutlich von seiner Herkunft geprägt. Im Mund sehr ausgewogen. Rassige, gut eingebundene Säure. Würziger Abgang, entwickelt an der Luft leider aber auch (botrytisbedingt) leichte Bitternoten, die Zweifel an einer positiven Entwicklung in den nächsten Jahren aufkommen lassen. Hinterlässt bei mir einige Fragezeichen, der weitere Reifeverlauf sollte daher gut beobachtet werden. Unsichere Prognose. Wer den Wein jedoch jung trinkt, wird aber sicher viel Spaß an ihm haben.
87

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Ein 2003er Spätburgunder trocken »No. 1« (A. P. Nr. 2596278 11 05) aus dem Hause Später-Veit in Piesport war leider verkorkt.

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2005er Trittenheimer Apotheke
Riesling Kabinett
A. P. Nr. 2607296 1 06
Ansgar Clüsserath, Trittenheim

Volles Zitrusgelb. Höchst individueller Duft nach Orange und Nektarine, der erst nach einigen Minuten Luftkontakt im Glas hinter der noch schwefligen, von der Spontangärung geprägten Nase zum Vorschein kommt. Kompromisslos traditionell, im Holzfass ausgebauter Kabinett-Riesling mit feinem Säurespiel und sehr präsenter Mineralität. Gute Länge. Für Puristen ist ein hoher Spaßfaktor so gut wie vorprogrammiert. Bis 2014.
87

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2004er Deidesheimer Herrgottsacker
Riesling Spätlese »S«
A. P. Nr. 5112066 18 05
Georg Mosbacher, Forst

Strohgelb. Spontaner, eleganter Aprikosenduft mit laktischen Anklängen. Im Mund sehr komplex und ausdrucksvoll. Hinreißendes, überaus feines Säurespiel. Perfekt eingebundene Süße. Beeindruckende Tiefe und Länge. Eine exzellente Spätlese, die man einfach erlebt haben muss! Bis 2014.
92

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1988er Erdener Prälat
Riesling Auslese
A. P. Nr. 3561012 109 89
Bischöfliches Priesterseminar, Trier

Goldgelb. Von Petrolnoten geprägte Nase. Beginnende Firne. Duftet dezent nach Pfirsichschale, gelber Pflaume, Aprikose, Mandarine und Jod. Daneben aber auch florale Aromen und eine leichte, auf den biologischen Säureabbau hinweisende Jogurtnote. Reife, integrierte Säure. Auslese mit Substanz, die ihren Zenit allerdings bereits überschritten hat. Jetzt trinken!
87

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1999er Winkeler Hasensprung
Riesling Auslese
A. P. Nr. 291880 17 00
August Eser, Oestrich

Goldgelb. Feinwürziger, honigsüßer und höchst eigenwilliger Duft, der frappierend an eine Dill-Senf-Soße erinnert. Am Gaumen noch immer sehr vital, wieder mit Anklängen an die bereits genannte Soße. Nahezu perfekte Abstimmung zwischen Süße und Säure. Großartige Länge. Klassische Machart. Bis 2020.
93

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2000er Escherndorfer Lump
Riesling Auslese
A. P. Nr. 4397 24 01
Horst Sauer, Escherndorf

Bernsteingelb. Vielschichtiger Duft. Aromen von getrockneten Früchten — hier vor allem Aprikose —, rosa Grapefruit, Quitte, türkischem Honig, Orangenzesten und gelber Pflaume. Kleidet den Mund aus, ohne sättigend zu wirken. In sich stimmig. Passende Süße. Sehr lang. Bis 2020.
92

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